Endovenöse Methoden

Zunehmend in Mode kommen endovenöse Methoden für die Behandlung der Stammvenen (saphena magna, saphena parva). Dabei werden im Gegensatz zum chirurgischen Entfernen der Stammvenen (Stripping) diese durch chemische oder thermische Einwirkung verschlossen. Zur Zeit stehen vier Verfahren zur Verfügung:

  • Schaumverödung mit oder ohne Kathetereinsatz (chemisch)
  • Laser (thermisch)
  • Closure Fast/VNUS (thermisch)
  • Celon/RFITT (thermisch)

Da Langzeitresultate fehlen, handelt es sich dabei um nicht etablierte Behandlungsmethoden mit im Vergleich zum Stripping nicht zu unterschätzenden Nachteilen:

  • Bei der Einmündung der Stammvene ins tiefe Venensystem (saphena magna) in der Leiste und Kniekehle (saphena parva) wird ein Stumpf belassen, mit dem Risiko, dass sich darin gefährliche Blutgerinnsel bilden können, welche eine tiefe Venenthrombose und/oder Lungenembolie verursachen können.
  • In bis zu 40% (je nach Methode) muss damit gerechnet werden, dass sich schon in wenigen Jahren die Stammvene vollständig oder partiell wieder öffnet, was eine erneute Intervention nach sich zieht.
  • Stammvenen haben vom belassenen Stumpf ausgehende Äste, welche sich bei diesen Methoden nicht selten zu Krampfadern ausbilden können. Das gleiche gilt für Seitenäste der Stammvenen im weiteren Verlauf. Bei der Operation werden diese mitentfernt, was bei der endovenösen Therapie nie der Fall ist.
  • Mit der alleinigen Behandlung der Stammvenen ist in den meisten Fällen die Therapie noch nicht abgeschlossen. Ergänzend müssen Seitenäste und insuffiziente Perforantes entfernt werden, was hauptsächlich chirurgisch, seltener mit Verödung durchgeführt wird. Im Durchnschnitt ist diese zusätzliche Theraphie ungefähr dreimal zeitaufwändiger als die Stammvenenbehandlung selbst. Allein schon wegen dieser Tatsache empfiehlt sich in den meisten Fällen die vollständige chirurgische Behandlung in einer Sitzung ohne Einbezug endovenöser Techniken, bei denen mehrere zusätzliche Teilbehandlungen in Lokalanästhesie notwendig werden.
  • Nicht zuletzt: Die Kosten für die endovenösen Techniken werden von den meisten Krankenkassen nicht bezahlt.

Letzlich muss individuell entschieden werden, welche Therapie am ehesten in Frage kommt, was von vielen Faktoren abhängig ist. Als kompetentes Team beraten wir Sie gerne in allen Belangen der Varizenbehandlung.