Risiken / Komplikationen

Unbehandelte grössere Krampfadern (vor allem die Stammvarikosis) beinhalten ein erhebliches Potential für ernste Komplikationen, welche auch ohne vorangehende Beschwerden auftreten können.

Thrombose

Blutgerinnsel

Der mit den Krampfadern einhergehende Blutstau ist Ursache für die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen), was beim Auftreten im oberflächlichen Venensystem zu einer Phlebitis (Venenentzündung) führt und sehr schmerzhaft sein kann. Die Gefahr besteht darin, dass diese oberflächliche Thrombose, unbehandelt, in ca. 20% durch die Verbindungsvenen (Perforansvenen) in das tiefe Venensystem einwandern kann, wodurch die tiefe Venenthrombose entsteht. Die tiefe Venenthrombose ist gefährlich, da durch Ablösung von Thrombusanteilen eine Lungenembolie auftreten kann. Des weiteren kann eine symptomatische chronische, nicht behebbare Stauung auftreten, entweder, weil sich der Thrombus das ganze Leben lang nicht auflöst, und wenn doch, meistens zerstörte Klappen hinterlässt.

  

 

 

 

Chronische venöse Insuffizienz (CVI)

Darunter versteht man die Hautschädigung, welche durch die venöse Stauung im oberflächlichen und/oder tiefen Venensystem verursacht wird, und hauptsächlich am Knöchelbereich auftritt. Es werden 3 Stadien unterschieden:

CVI Stadium I
Erstes sichtbares Anzeichen eines Venenstaus mit „Überflutung“ der kleinen Gefässe am Fussknöchel, was zu einer gut sichtbaren, bläulichen Verfärbung führt (erweitertes kleines Venengeflecht) und meistens noch keine Beschwerden verursacht.

CVI Stadium II
Im weiteren Verlauf können verschiedene Hautveränderungen auftreten: Pigmentierung, Stauungsekzem, Verhärtungen (Dermatoliposklerose), weisse, kaum noch durchblutete Hautareale (Atrophie blanche).

 

 

 

 

 

CVI Stadium III
Das terminale Stadium mit vollständiger Zerstörung der Haut: Ulcus cruris venosum (das „offene Bein“). Wird die Krampfadernbehandlung erst in diesem Stadium durchgeführt, ist eine Rückführung in den gesunden Zustand nicht mehr gewährleistet!

Klappeninsuffizienz im tiefen Venensystem

Wird eine ausgeprägte Varikosis über viele Jahre nicht behandelt, kann dies zu einer Insuffizienz im tiefen Venensystem führen. Dies geschieht, weil das in der Krampfader infolge Klappenschädigung zurückfliessende Blut vom tiefen Venensystem zusätzlich Richtung Herz transportiert werden muss. Diese Überlastung verursacht eine Erweiterung der tiefen Venen mit einhergehender Klappeninsuffizienz (sekundäre Leitveneninsuffizienz). Nach einer Varizenbehandlung können sich die tiefen Venen manchmal wieder erholen und somit wieder suffizient werden. Eine sekundäre Leitveneninsuffizienz infolge Varikosis kann schon auftreten, bevor sich erste Anzeichen einer chronisch venösen Insuffizienz bemerkbar machen.

Varizenblutungen

Varizen können sehr oberflächlich liegen, mit oft degenerierten, dünnen Venenwänden. Ein kleiner Schlag, oder auch nur das Kratzen, kann zu einer Varizenblutung mit manchmal massivem Blutverlust führen!